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"Die gewagte Befreiungsaktion“

Opas Geschichte aus dem Abenteuer 
"Die Kaminski-Kids: Gefahr in Amsterdam" (Band 9)

Das Abenteuer

 Die Kaminski-Kids werden von ihren Freunden Mark und Antje nach Amsterdam zum Sommerurlaub eingeladen. Doch kaum treffen die Kids in Amsterdam ein, holt ein früherer Fall sie ein: Sven, ein Drogenhändler, der dank den Kids verhaftet werden konnte, ist inzwischen mangels Beweisen wieder freigelassen worden, und er befindet sich jetzt auch in Amsterdam. Die Kids erfahren, dass er die offene Rechnung mit ihnen begleichen und sich an ihnen rächen will. Was sollen sie nun bloss tun?

Opas Geschichte

Nach dem Abendessen gingen die Kids wie vereinbart in Opas Zimmer. Zwockel legte sich friedlich auf den Teppichboden, und die Kinder setzten sich aufs Bett gegenüber von Opa, der in einem gemütlichen Polstersessel sass. 
Nachdem sie ihm das Wichtigste erzählt hatten, sagte Grossvater erstaunt: „Sven ist hier in Amsterdam?“
„Das ist nicht so überraschend“, antwortete Debora. „Wir wussten ja schon in unserem Dorf, dass er mit einem Typen aus Amsterdam telefoniert hat.“ 
Opa legte sein Gesicht in Falten. „Eigentlich ist es ganz klar – man müsste die Polizei einschalten“, brummte er. „Aber … Solange keine Beweise gegen Sven vorliegen, kann er nicht überführt werden. Also würde es auch nichts nützen, die Polizei zu benachrichtigen.“
„Wir sind ganz nah an ihm dran“, warf Simon ein. „Vielleicht stossen wir schon bald auf Beweise!“
„Am liebsten wäre mir, ihr würdet die Finger davon lassen“, murmelte Grossvater. „Das wäre am sichersten.“
„Aber dann …“
„Ich weiss.“ Opa nickte. „Sven wird sein Geld auftreiben wollen, egal wie. Es ist nur eine Frage der Zeit, und dann wird’s gefährlich.“
„Au weja“, machte Raffi bange. „Was sollen wir bloss tun?“ 
Debora hielt den Blick auf Grossvater gerichtet. „Du sagst doch immer, man solle vor Problemen nicht wegrennen, sondern sie lösen, Opa.“
„Das stimmt“, meinte er nachdenklich und sann nach, was er den Kids raten könnte.
Nach einer Weile räusperte er sich. „Es gab einmal Leute, die waren auch bös in der Klemme“, begann er. „Ein ganzes Volk wurde damals zur Sklavenarbeit gezwungen. Diesem unterdrückten Volk wollte Gott helfen, und er bereitete einen Mann darauf vor, die Menschen aus der Sklaverei herauszuführen. Aber dieser Mann namens Moses machte einen Fehler – anstatt auf den richtigen Augenblick für seinen Einsatz zu warten, griff er voreilig ein und brachte einen Wächter um, der einen Sklaven geschlagen hatte. Deswegen musste Moses flüchten. Ganze vierzig Jahre vergingen, bis Gott ihn dann doch noch als seinen Gesandten einsetzte. Und Moses schaffte es mit Hilfe von Gott tatsächlich, das Volk zu befreien. “
Die Kids liessen sich das durch den Kopf gehen. Niemand sprach. Durch das geöffnete Fenster war in der Ferne das Gebimmel des Münzturm-Glockenspiels zu hören.
„Ihr seht“, nahm Opa den Faden wieder auf, „es ist sehr wichtig, auf den rechten Moment zu warten und nicht voreilig zu handeln. Auch Gott selbst hat viele Jahre später auf den richtigen Augenblick gewartet, bis er seinen Sohn Jesus zur Welt schickte, um den Menschen zu helfen und für sie dazusein ...“ 
„Aber“, fragte Raffi, „wann wird denn für uns der richtige Moment kommen?“ 
„Das werdet ihr ganz von alleine merken. Und wenn die Zeit reif ist und ihr Jesus bittet, euch zu helfen, wird er euch beistehen, denn er ist auch heute noch für die Menschen da.“ 
Simon blickte Grossvater abwartend an. „Und wie soll’s denn jetzt weitergehen?“
„Nun …“ Opa strich sich nachdenklich über seinen dichten Schnurrbart. „Da man weder die Polizei rufen noch die Sache einfach auf sich beruhen lassen kann, gilt es vorerst, abzuwarten und dranzubleiben. Sobald sich etwas an der Lage ändert – wenn also doch plötzlich Beweise gegen Sven auftauchen sollten – dann müsst ihr unverzüglich die Polizei einschalten.“
„Du meinst also“, vergewisserte sich Debora, „wir dürfen ihn weiter beobachten?“ 
„Kommt ganz drauf an.“ Grossvater hob den Kopf. „Versprecht ihr mir, vorsichtig zu sein, genügend Geduld zu haben und nichts Unbedachtes zu tun?“ 
„Ganz bestimmt, ist doch klar!“
„Wenn euch nämlich was passiert“, sagte Opa ernst, „dann würde ich mir das nie verzeihen. Niemals …“
„Wir werden aufpassen. Versprochen.“
„Hmmm“, brummte er gedankenvoll. Dann traf er eine Entscheidung. „Na schön. Aber haltet mich auf dem Laufenden.“ Sein faltenzerfurchtes Gesicht hellte sich auf. „Im Gegenzug werde ich noch den einen oder anderen Ausflug mit Caroline machen, damit ihr genügend Zeit für euch habt.“ Schmunzelnd fügte er hinzu: „Die Vorstellung ist mir gar nicht mal so zuwider – ich finde die Dame nämlich überaus sympathisch!“
Neugierig guckte Raffi ihn an. „Was gefällt dir denn so an ihr?“
„Schwierig zu erklären“, meinte er. „Sie ist so witzig – so lebenslustig. Und man versteht sich einfach, selbst ohne Worte. Habt ihr das auch schon mit jemandem erlebt?“
Simon nickte. Er wusste genau, wovon Grossvater sprach.

Auf dem Weg nach unten zum Hausboot besprachen die Kids den Fall im neuen Licht des Gesprächs mit Opa. Diesmal nahmen sie Zwockel mit – er durfte in Simons Kajüte übernachten.
„Wir benötigen also unbedingt handfeste Beweise“, sagte Debora im trübe beleuchteten Treppenhaus. „Sven wurde in unserem Dorf ja nur deshalb laufengelassen, weil man ihm nichts nachweisen konnte. Hoffentlich stossen wir bei seiner Verfolgung schon bald auf was Brauchbares!“
„Genau!“, rief Raffi. „Und wenn alles klappt, dann muss er seine Strafe absitzen und kann uns nichts mehr tun!“
„Richtig“, bestätigte Simon. „Morgen dürfen wir uns einfach auf keinen Fall wieder abhängen lassen, wenn wir ihn in dem Strassencafé abfangen. Wir müssen unbedingt so schnell wie möglich rauskriegen, wo er wohnt und was er vorhat.“
„Ge-nau! Check!“
Die Kids klatschten sich auf die Hände. 
Bevor sie auf die Gasse hinaus traten, nahm Debora Zwockel an die Leine. 
„Sobald wir mehr wissen, entscheiden wir, was wir tun“, sagte Simon mit leuchtenden Augen. „Und wenn der richtige Augenblick gekommen ist, wird’s eng für Sven – das steht fest!“

Wie geht’s weiter? 

Die Kids finden bei Svens Verfolgung heraus, dass eine Drogenlieferung ansteht. Sie fassen den Plan, Sven bei der Drogen übergabe in eine Falle zu locken, damit er dort von der Polizei verhaftet werden kann – diesmal mit Beweisen, mitsamt den Drogen, die er den Käufern übergeben will. Doch bei der nächtlichen Drogenübergabe wird’s dann ganz schön gefährlich, weil da hartgesottene Profis mit im Spiel sind … Ob es den Kids trotzdem gelingt, ob Sven verhaftet werden kann und wie die ganze Geschichte dann ausgeht – das alles steht in Kaminski-Kids Band 9 "Gefahr in Amsterdam".


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